Querschnittsziele

Nachhaltigkeit / Umweltmonitoring

Die nachhaltige Entwicklung mit ihren ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen wird im Thüringer OP EFRE als Querschnittsziel berücksichtigt. Im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit spielen Umweltindikatoren zur Beobachtung, zum Vergleich und zur Bewertung des Zustandes der Umwelt eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wurde bereits in den letzten Förderperioden ein Informationssystem „Umweltmonitoring der Strukturfonds“ entwickelt. Dieses Umweltmonitoring wurde an die Förderperiode 2014 bis 2020 angepasst und wird fortgeführt. Mit dem Umweltmonitoring werden die Umweltschutzgüter Boden, Wasser, Biodiversität/Landschaft und Klima/Luft anhand von Indikatoren beobachtet. Das Umweltmonitoring umfasst 15 Umweltkontextindikatoren und 7 maßnahmespezifische Ergänzungsindikatoren. Eine Trendbewertung der Entwicklung der Umweltschutzgüter erfolgt durch eine jährliche Auswertung der Indikatoren. Den Umweltkontextindikatoren liegt der bundesweit abgestimmte und von der 62. Umweltministerkonferenz (UMK) 2004 bestätigte UMK-Indikatorensatz mit Umweltbezug für eine nachhaltige Entwicklung zugrunde. Sie werden durch verschiedene Behörden auf Bundes- und Länderebene erhoben (z. B. Waldzustand durch das Thüringer Landesamt für Statistik). Maßnahmebezogene Ergänzungsindikatoren werden im Begleitsystem zum OP EFRE erhoben und ergeben sich unmittelbar aus der EFRE Förderung. Mit dem Umweltmonitoring werden die für das OP EFRE im Ergebnis der Strategischen Umweltprüfung beschlossenen Überwachungsmaßnahmen umgesetzt (gemäß Artikel 10 der Richtlinie 2001/42/EG vom 27.06.2006 über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme).

Nachhaltigkeit bei der Umsetzung des EFRE Thüringen

Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist als Querschnittsziel bei der Durchführung, Überwachung und Evaluierung des Thüringer Operationellen Programms für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (OP EFRE) explizit zu beachten.

Rechtliche und programmatische Grundlagen sind die Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 und das OP Thüringen EFRE 2014 – 2020 (OP).

Handlungsfelder und Ziele

Der Nachhaltigkeitsgedanke wurde unmittelbar in die Förderkulisse aufgenommen. Mit EFRE-Mitteln erfolgt die Finanzierung einer Vielzahl von Förderprogrammen, mit denen insbesondere Investitionen durch Thüringer Unternehmen und Kommunen unterstützt werden und die einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Thüringen und zur Anwendung umweltgerechter Technologien leisten.

Das OP sieht zum Thema „Nachhaltigkeit“ folgende Prioritäten sowie spezifische Ziele und Projekte vor:

  • Förderung von Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen in allen Bereichen der Wirtschaft
  • Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien in Unternehmen
  • Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien im Bereich der öffentlichen Hand
  • Energieeffizienzsteigerungen in Kommunen und städtischen Quartieren
  • Risikomanagement und -prävention, Umweltschutz und Förderung der nachhaltigen Nutzung der Ressourcen
  • Verbesserung des Schutzes vor Hochwasser – Risikovorsorge in Thüringen
  • Wiederherstellung naturnaher Ökosysteme mit den Schwerpunkten Fließgewässer und Flussräume
  • Nachhaltige Stadtentwicklung
  • Revitalisierung von Flächen im Siedlungszusammenhang
  • Stärkung von ausgewählten Kommunen als attraktive Wirtschafts- und Sozialräume

Indikatoren

Mit der Aufstellung des Operationellen Programms wurden den Prioritätsachsen konkrete Ergebnisindikatoren zugeordnet und dafür bis zum Jahr 2023 zu erreichende Zielwerte festgelegt. Somit ist es möglich, die Umweltauswirkungen in einzelnen Förderbereichen zu kontrollieren und zu dokumentieren sowie ggf. zu reagieren.

Folgende Ergebnisindikatoren wurden festgelegt:

  1. CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch der Bereiche verarbeitendes Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher (ohne Privathaushalte) (in Mio. t)
  2. energiebedingte CO2-Emissionen im Bereich der öffentlichen Gebäude (Landesgebäude) (in t)
  3. CO2-Emissionen aus privaten Haushalten, dem Handel, dem Gewerbe, den Dienstleistungen und den übrigen Verbrauchern (in Mio. t)
  4. CO2-Emissionen durch den Verkehr (in Mio. t)
  5. Schadenspotenzial durch Überflutung (in €)
  6. Anteil der Fließgewässer, die Qualitätsanforderungen bezüglich Hydromorphologie erfüllen, an allen Fließgewässern (in %)
  7. Bestand wertgebender Arten in Fließgewässern und Flussräumen

Die jeweils definierten Zielwerte wurden zum Teil schon erfüllt. Dies ist bei den energiebedingten CO2-Emissionen im Bereich der Landesgebäude sowie beim Bestand wertgebender Arten in Fließgewässern und Flussräumen bereits erreicht.

Auf anderen Gebieten bedarf es für die Erfüllung der Zielwerte noch erheblicher Anstrengungen. Dies ist insbesondere im Bereich der CO2-Emissionen ohne Privathaushalte sowie dem Anteil qualitativ hochwertiger Fließgewässer der Fall.

Insgesamt befindet sich Thüringen ausweislich der Datentendenzen der letzten Jahre hier aber auf einem guten Weg.

Den dargestellten Daten liegen sowohl statistische Erhebungen des TLS als auch gesonderte Erhebungen der jeweiligen Fachbehörden zugrunde. Nicht alle Daten werden jährlich erhoben.

Im Einzelnen:

CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch der Bereiche verarbeitendes Gewerbe,

Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher (ohne Privathaushalte) (in Mio. t)

2010:                           8,479 Mio. t

2014:                           8,337 Mio. t

2015:                           8,207 Mio. t

2023: (Ziel)                 7,700 Mio. t

 

energiebedingte CO2-Emissionen im Bereich der öffentlichen Gebäude (Landesgebäude) (in t)

2011:                   99200 t

2014:                   61161 t

2016:                   55758 t

2023: (Ziel)         79000 t

 

CO2-Emissionen aus privaten Haushalten, dem Handel, dem Gewerbe, den Dienstleistungen

und den übrigen Verbrauchern (in Mio. t)

2011:                           7,757 Mio. t

2014:                           7,233 Mio. t

2015:                           7,296 Mio. t

2023: (Ziel)                 6,981 Mio. t

 

CO2-Emissionen durch den Verkehr (in Mio. t)

2011:                           3,932 Mio. t

2014:                           3,837 Mio. t

2015:                           3,796 Mio. t

2023: (Ziel)                 3,538 Mio. t

 

Schadenspotenzial durch Überflutung (in €)

2013:                           3,500 Mrd. €

2017:                           3,452 Mrd. €

2023: (Ziel)                 3,120 Mrd. €

 

Anteil der Fließgewässer, die Qualitätsanforderungen bezüglich Hydromorphologie erfüllen, an allen Fließgewässern (in %)

2016:                         13%

2017:                         20%

2023: (Ziel)               43%

 

Bestand wertgebender Arten in Fließgewässern und Flussräumen

2012:                       100

2014:                       100

2016:                       138

2023: (Ziel)             120